Gender-Drama im Kinderzimmer

Jungs mit Puppen und Mädchen mit Autos

Es fängt ja eigentlich schon vor der Geburt an: Das Gender-Drama. Denn in der Regel wird von den angehenden Vätern angenommen, dass sie auf einen Jungen hoffen und von den werdenden Müttern, dass sie sich ein Mädchen wünschen. Dieses Klischee haben mein Mann und ich nur zur Hälfte erfüllt. Denn wir waren beide (und zwar beide Male) eher für „Mädchen“. Und so kam es dann ja auch.

Einmal wurde ich später auf dem Spielplatz gefragt: „Wolltet ihr denn noch ein zweites Mädchen?“ – Eigentlich eine total bescheuerte Frage, denn grundsätzlich kann man es sich ja NICHT aussuchen. Aber dennoch bekam die Mutter von mir eine ehrliche Antwort: „Ja!“

Gender-Drama der Kleidung

Ich glaube bei Mädchen hat man es da um einiges leichter. Theoretisch ist ja alles erlaubt. Bei Jungs wird es für viele bei den Farben Lila und Rosa kritisch. Aber hey, sogar erwachsene Männer tragen Hemden in Hellrosa oder T-Shirts in Dunkellila. Ich denke es kommt auf das gesamte Outfit an. Schwieriger wird es mit Kleidern und Röcken für Männer. In Schottland ist es wahrscheinlich kein Problem für Jungs mit Rock herumzulaufen, solange dieser kariert ist 😉

Aber wenn Frauen Hosen tragen, weil es praktisch ist: Warum dann nicht auch Männer Kleider, weil es angenehm ist? Zum Beispiel im Sommer bei richtig heißen Temperaturen. Wann wird die Kutte für den Mann salonfähig?

Was mich aber am allermeisten nervt, beim Thema Kinderkleidung: Warum gibt es so wenig schwarze Sachen? Keiner stellt jemals diese Frage: Warum ist Kinderkleidung nicht einfach pflegeleicht? Kinder machen sich nun einmal ständig dreckig. Warum müssen wir Eltern uns ständig mit Flecken herumärgern? Liebe Hersteller: BITTE MACHT MEHR SCHWARZE KINDERKLEIDUNG !!! Schwarz können Jungs und Mädchen tragen. Odeerr?

Gender-Drama der Frisuren

Mit 11 Jahren hatte meine Schwester einen sehr kurzen Haarschnitt. Zu der Zeit haben wir in den USA Urlaub gemacht und einmal wurde sie im Supermarkt mit „And the boy…“ angesprochen. Da hat bestimmt auch noch die Bekleidung mitgespielt. Wahrscheinlich trug sie Shorts, ein T-Shirt und ein Cappy. Mit einem Kleid und/oder Ohrringen wäre es wieder eindeutig gewesen. Aber man sieht: Wir alle unterliegen einem gewissen Klischeedenken.

Bei den Jungs ist es mittlerweile schon wieder cool lange Haare zu haben, oder? Zumindest halblang sieht man ja relativ häufig. Sagt mal: Entscheiden das überhaupt die Kinder, wie kurz oder lang die Haare sind? Ich meine bis zu einem gewissen Alter, haben die Eltern da schon die Zügel in der Hand. Also sind Eltern die ihre Jungs regelmäßig zum Friseur schicken eher konservativ? Und haben Eltern die ihren Mädchen die Haare ganz kurz schneiden eher praktische Veranlagung? Tragen sie vielleicht selbst lieber einen Kurzhaarschnitt?

Ich mag lange Haare an Mädchen wie an Jungs. Nur bei meinem Mann habe ich ein Problem: Er hatte sie bereits einmal richtig lang. Länger als ich! Dann hatte er eine Krise und ich habe ihn überredet sie abzuschneiden. Jetzt will er sie sich wieder lang wachsen lassen und ich bin dagegen 😉

Gender-Drama der Spielsachen

Von den Haaren meines Mannes zum Spielzeug meines Mannes. Tolle Überleitung, ich weiß: Ja, der Brausepapa hat als Kind mit Puppen gespielt! Anfangs waren das wohl nur die Puppen der Nachbars Mädchen. Denn er selbst ist ja als Sandwichkind mit zwei Brüdern aufgewachsen. Seine Begeisterung für Puppen muss aber so groß gewesen sein, dass seine Mutter ihm schließlich von seiner Tante zum Geburtstag eine Stoffpuppe schenken ließ. Die wird ähnlich gewesen sein wie diese hier:

Anziehpuppe bei unseren Freuden. Kennt ihr die? Anton soll die heißen von #jakoo

Ein von @herzkindmama gepostetes Foto am

Auch eine Puppe eines Jungen ohne weibliche Geschwister: Ein Freund von Sausemädchen.

Meine Mädels sind beim Thema Spielzeug auch total offen für alles. Sie interessieren sich für Dinosaurier und Drachen. Haben sich schon Roboter gewünscht und auch bekommen. Und zu ihrem 5. Geburtstag nächste Woche, wünscht sich Sausemädchen ein ferngesteuertes Auto und eine „Cars“-Party. Wobei sie später nochmal schwankte, aber ich hatte das Party-Set schon bestellt und die Einladungen wurde verteilt, die übrigens mit einem rosa Umschlag kamen. Also so „genderbehaftet“ sind Autos doch gar nicht:

Gender-Drama, wohin führt’s?

Höchstwahrscheinlich werden wir alle immer offener für alles. Das fängt im Kinderzimmer an und endet in der familiären Rollenverteilung. Und vielleicht gehen später wirklich immer mehr Frauen als Hauptverdiener arbeiten und Väter bleiben in der Elternzeit zu Hause. Aber ich sehe eine Gefahr darin, dass nun mal nur die Frauen aktiv Kinder in die Welt setzen können.

Heutzutage wollen aber immer mehr Frauen Karriere machen und später Kinder bekommen. Dann bekommen sie vielleicht weniger Kinder oder gar keine mehr. Wahrscheinlich wird es darauf hinaus laufen, dass es immer weniger Kinder gibt. Ob das jetzt gut oder schlecht ist? Es ist wahrscheinlich einfach der Lauf der Dinger und der Wandel der Zeit.

Mit diesem Artikel mache ich bei der Linkparty „Alles Gender. oder was?“ mit. Dort findet ihr weitere interessante Artikel. Was sind eure Gedanken zum Gender-Thema? Ab damit in die Kommentare…

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