Aufklärung durch Offenheit

Aufklärung aus Versehen

Natürlich haben meine Töchter mit 5 und 3 Jahren Bücher über Babys und wie diese im Bauch heranwachsen. Aber so richtig ins Detail gehen diese Bücher halt nicht. Da heißt es dann: „Ein Baby können eine Frau und ein Mann immer nur zusammen bekommen. Deshalb haben alle Kinder eine Mama und einen Papa.“ Das ist dann doch noch ein ganzes Stück entfernt von einer Aufklärung im Sinne der Frage „Wie entsteht ein Baby?“

Aufklärung ohne Zwang

Ich hatte mir mal vorgenommen Fragen meiner Kinder immer möglichst offen und ehrlich zu beantworten. Es gibt bei uns auch keine Synonyme für Geschlechtsteile: Mädchen und Frauen haben eine Vagina. Jungs und Männer haben einen Penis.

Okay, auch ich musste schon schlucken, als das Mausemädchen einmal herum lief und immer wieder rief: „Ich habe eine Vagiiinaaa, ich habe eine Vagiiinaaa!“ Dass Papa einen Penis hat, ist mittlerweile auch klar: Wir verstecken uns nicht auf den Weg zur Dusche oder zum Kleiderschrank. Und wir duschen auch oft zusammen, weil es einfach praktischer ist.

Aufklärung aus Versehen

In unseren Kindergarten kommt einmal im Monat die Bücherrei und die Kinder dürfen sich 3 Bücher in Rotation ausleihen. Das habe ich in Zusammenhang mit dem Glitzernagel bereits hier erwähnt. Und kürzlich brachte die 5-Jährige mal wieder ein „Tier-Wissen-Buch“ mit nach Hause:

Ein Schaf-Buch mit ganz vielen Fotos zu den verschiedenen Arten, zur Haltung und natürlich zur Fortpflanzung. Wir lesen jeden Abend vor dem Schlafen gehen ein Buch vor. Dass es an besagtem Abend so sehr ins Detail gehen würde, hätte ich vorher allerdings nicht gedacht:

Wir sahen uns gerade das Foto vom Hinterteil eines brünstigen Schafes an. An diesem Hintern „schnüffelte“ ein Schafbock. Man nennt das auch „Flehmen“. Tochter 5: „Was macht der da?“ – „Er riecht!“ – „Warum?`- „Er kann riechen, dass das Schaf ein Baby empfangen kann.“ – „Hm? Und wie funktioniert das dann?“ – „Naja, der Penis bringt den Samen in das Schaf und dort entsteht zusammen mit der Eizelle des Schafes ein Baby.“ – „Ist das bei uns Menschen auch so?“ – … „Ja.“ – Sie hielt einen Moment lang inne, überlegte und kicherte.

Versteht mich nicht falsch: Diese Antworten haben mich viel Überwindung gekostet. Ich hätte auch sagen können „Das erkläre ich dir später mal!“ oder „Das lernst du in der Schule!“. Aber wem ist damit geholfen? Erstmal ja nur mir, weil ich mich um das Gespräch gedrückt habe. Ich möchte meinen Kindern nicht vermitteln, dass man über solche Dinge nicht spricht. Ich finde es sogar wichtig, dass sie von Anfang an das Gefühl haben, mit mir darüber sprechen zu können.

Wie fühlt ihr euch bei diesem Thema? Konntet ihr mit euren Eltern darüber sprechen? Was sagt ihr zu euren Kindern? Hinterlasst mir einen Kommentar!

Mit diesem Artikel mache ich außerdem bei der Blogparade #aufgeklaertekids von Perlenmama mit. Unter ihrem Blog-Artikel könnt ihr noch andere Meinungen zum Thema „Aufklärung“ finden.

Ella von Herzkindmama.de

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