Hilfe anbieten statt meckern: Wie wärs?

Posted on 4. Dezember 2018 in Erfahrungen/ Mama sein

Eine befreundete Mutter erzählte mir kürzlich von dieser Situation… ach? Ihr vermutet vielleicht, dass ich diese Freundin nur als Tarnung vorschiebe? Auch wenn manche Blogger das machen, ich gehöre nicht dazu.

Aber es haben bestimmt schon viele Eltern ähnliche Situationen erlebt. Und grundsätzlich lässt sich der folgende Lösungsvorschlag auf viele Alltags-Situationen übertragen:

Bevor man andere Menschen beschimpft, verurteilt, belehrt oder schlecht redet, könnte man sich einfach dazu durchringen, ihnen Hilfe anzubieten. Selbst wenn diese Hilfe dankend abgeleht wird: Die Geste allein zählt und hilft oft schon.

This is the story

Meine Freundin und Dreifach-Mutter war bei einer Freundin mit zwei weiteren Kindern zu Besuch. Sie spielten zusammen auf der verkehrsruhigen Straße vor dem Haus. Die Kinder fuhren mit Rädern und anderen Fahrzeugen, als sich plötzlich zwei Kinder unabhängig voneinander verletzten und dementsprechend zu schreien und weinen anfingen.

Zusätzlich begann auch das jüngste Baby meiner Freundin laut zu weinen. Worst-Case Szenario – könnte man sagen. Die beiden Mütter versuchten natürlich die Situation so gut es ging in den Griff zubekommen. Dennoch war es erstmal ein ziemliches Tohuwabohu, was den Nachbarn dazu veranlasste aus dem Fenster zu rufen und seinen Zorn über die Lautstärke kundzutun.

Meine Freundin hatte die passende Reaktion für ihn: „Sie können gerne runter kommen und uns helfen!“ Ja, das hätte er tun können, hätte er versucht die Situation der anderen einzuschätzen, anstatt an seinen persönlichen Komfort zu appelieren.

Wir sind kein Ärgernis, wir sind Menschen

Denn kein Mensch schreit ohne Grund. Mit etwas Empathie und Hilfe, lässt sich das Schreien oder Weinen eher eindämmen, als den Betroffenen noch zusätzlich das Gefühl zu geben, sie seien ein Ärgernis.

Es hilft schon ein Pflaster anzubieten, oder ein Taschentuch oder einfach nur zu fragen: „Was brauchst du? Kann ich etwas tun, damit es dir besser geht?“ Eine Verurteilung, verbal oder non-verbal (z.B. ein Augenrollen oder Kopfschütteln), bringt niemanden etwas.

Wir sind alle nicht perfekt und manchmal überfordert. Und trauen uns eventuell nicht um Hilfe zu bitten. Wer fragt schon gerne nach Hilfe? Ich fürchte: Helfen ist aus der Mode gekommen. Irgendwie kocht jeder mittlerweile sein eigenes Süppchen.

Ich selbst war in solchen Situationen immer sehr dankbar, z.B. als mein Kleinkind beim Einkaufen an der Kasse einen Trotzanfall hatte, dass dann die nette alte Dame hinter uns den Kontakt mit meiner Tochter aufnahm, damit ich meinen Einkauf abschließen konnte. Während andere in der Schlange nur genervt mit den Augen rollten.

Wir wissen es erst, wenn wir fragen

Daher kann ich es nur nochmal betonen: Niemand schreit oder weint ohne Grund. Egal ob Kind oder Erwachsener. Wissen wir was diese Person gerade durchmacht? Solange wir nicht nachfragen, wissen wir es nicht!

Und manchmal ist Schweigen (und Kopfschütteln) eben nicht Gold. Ganz abgesehn von Zurechtweisungen jeder Art, ob unterschwellig oder direkt. Diese sind in jedem Fall kontraproduktiv und entlasten eine Situation auch nicht. Im Gegenteil, es belastet noch zusätzlich.

Also was tun, wenn der Mann vor dir an der Supermarktkasse meint gerade jetzt seinen Monatseinkauf machen zu müssen? Sich aufregen oder mitanpacken? Ja, ich war genervt, aber ich habe ihm dann eben beim Auflegen geholfen: So kommt man doch schneller ans Ziel. Und man kann dabei seine negative Stimmung in etwas Produktives stecken.

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