Blutig? – There will be blood

„Mama ist da Blut? Wenn es bluuuutet will ich ein Pflaster!“ Es regnete und ich wollte nach Hause. Durch das kleine Loch in der Hose, konnte ich nicht wirklich viel sehen. „Du musst die Hose zu Hause ausziehen mein Schatz.“ Die kleine Schwester meckerte, dass sie nicht laufen wollte. Die Große weinte bei jedem Schritt „Au, mein Knie.“ Es kam mir vor wie der längste Heimweg vom Kindergarten seit langem.

Die Sache mit dem Blut

„Das bluuuuutet bestimmt Mama!“ schluchzte die fast 6-Jährige noch immer. „Blut ist doch nichts schlimmes.“ versuchte ich sie zu beruhigen. „Wenn du KEIN Blut mehr in dir hättest, DANN würde ich mir wirkliche Sorgen machen“ scherzte ich. „Du weißt doch, dass das Blut die wichtige Dinge durch deinen Körper transportiert. Zum Beispiel den Sauerstoff, den du einatmest“

Die große Tochter ließ sich trotzdem kaum beruhigen. Es war ja nicht das erste aufgeschlagene Knie. Dennoch ein halber Weltuntergang. Ich musste daran denken, wieviel Blut mein Uterus in diesem Moment absonderte. Dann an die Relation zu dem aufgeschlagenen Knie, an die Kindlichkeit meines Vorschulkindes und an Ramona.

Blutsschwestern?

Ramona war das Mädchen, welches als erste in meiner Jahrgangsstufe ihre Periode bekommen hatte: Mit 9 Jahren. Gerade mal 3 Jahre älter, als meine Große heute. Diese Tatsache hat Ramona damals für mich noch mehr zur Außenseiterin gemacht, als sie es ohnehin schon war: Groß gewachsen, viel Oberweite für Ihr Alter und wenig Freunde.

In anderen Kulturen wäre ihr zu Ehren ein rauschendes Fest der Frau-Werdung gefeiert worden. Für sie und auch für mich (ein paar Jahre später) hat diese Frau-Werdung hauptsächlich bedeutet, sich neben dem eh schon stressigen Schulalltag, auch noch eine Woche im Monat mit Blut herumschlagen zu müssen: Mit der Bevorratung von Monatshygiene-Artikeln, mit Krämpfe beim Lernen und manchmal auch mit Blutflecken in der Wäsche.

Man könnte meinen, dass diese Erfahrung, welche die Mädchen ja eigentlich alle durchleben, sie auf irgendeine Weise miteinander verbindet. Und dass sie sich dabei gegenseitig unterstützen. Aber bis auf ein: „Hast du was dabei?“ im Mädchen-Klo oder ein „Oh Mann, ich hab meine Tage!“ hielt sich die Konversation zu diesem Thema zu meiner Schulzeit in Grenzen.

JA, wir bluten!

Heute ist internationaler Frauentag. Und es gibt noch eine Menge zu tun in vielen Bereichen. Aber ich wünsche mir besonders, dass sich junge Mädchen in Zukunft nicht mehr auf Grund der Periode schlecht fühlen müssen.

Und wenn doch, dass sie immer das Gefühl haben, mit jemanden darüber sprechen zu können. Dass es sich „natürlich“ anfühlt darüber zu sprechen. So natürlich, wie der Prozess selbst, der in ihrem Körper stattfindet.

Und wenn du noch nicht angefangen hast offen über das Thema Periode zu sprechen, dann ist heute ein guter Tag dafür. Oder wenigstens, einen kurzen Kommentar da zulassen 🙂

Alles Liebe und bis demnächst
Ella von Herzkindmama.de

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